Sd.Kfz 234/4 "Pakwagen"




Unser Pakwagen basiert auf dem Fahrgestell des so genannten Fahrgestells der Spähwagen mit der Bezeichnung ARK. Von diesen wurden mit unterschiedlichen Waffenrüstsätze insgesamt 2300 Fahrzeuge gebaut.

-Sd.Kfz. 234/1 mit Drehturm und 2cm KwK
-Sd.Kfz. 234/2 mit Drehturm und 5cm KwK (Puma)
-Sd.Kfz. 234/3 mit 7,5cm StuK
-Sd.Kfz. 234/4 mit 7,5cm Pak 39L/48


Sie waren ihrer Zeit weit voraus und haben die Entwicklung der Spähfahrzeuge auch weit nach dem 2. Weltkrieg geprägt. Ausgestattet mit einem kraftvollen Dieselmotor sowie vier angetriebene und voll Lenkbaren Achsen, sowie einem Vorwärts- und Rückwärtsfahrer kombiniert mit einem Getriebe, das dem Fahrzeug erlaubt, genauso schnell rückwärts wie vorwärts zu Fahren waren einige der Vorteile.
Die Fahrzeuge wurden von der Firma Büssing-NAG von 1943-45 gebaut.
Nachdem der Bedarf an Panzerbrechenden Waffen auch in der Panzeraufklärungstruppe immer lauter wurde, hat man sich entschlossen, die Fahrzeuge mit einem oben offenen Kampfraum zu belassen und eine 7,5cm Pak 39 L/48 zu verbauen, die auch in vielen anderen Panzerjägern Verwendung fand, an dem Schild der Pak befestigte man noch eine Aufnahme für ein MG (MG 34 oder MG 42), um auch gegen Infanterie kämpfen zu können.
Insgesamt fertigte man 89 Fahrzeuge vom Typ Sd.Kfz 234/4, die in der Regel in den Stabskompanien eingegliedert wurden, und somit an den jeweiligen Schwerpunkten eingesetzt werden konnten.

Unser Fahrzeug wurde im Dezember 1944 bei Büssing-NAG in Leibzig gebaut. Im Anschluss wurde es an der Westfront eingesetzt, wobei über den Truppenteil leider nicht bekannt ist. Im April 1945 wurde der Pakwagen dann von den Britischen Truppen erbeutet und zu Versuchen nach England überführt. Die britische Panzertruppenschule in Bovington hatte das Fahrzeug dann bis Anfang 1975 in Besitz. Die Panzertruppenschule in Munster erhielt es bei einer feierlichen Übergabe im Januar 1975. Da das Fahrzeug in keinem so guten Zustand war, wurde es direkt von der Ausbildungswerkstatt der Panzertruppenschule restauriert, jedoch nur, um als Hülle einen guten Eindruck zu hinterlassen, der technische Aspekt wurde erstmal außer acht gelassen, da sowieso einige Achswellen und das Getriebe fehlten, ohne die das Fahrzeug eh nicht fahrbereit hergerichtet werden konnte. Der Motor wurde ausgebaut und neben dem Fahrzeug aufgestellt.

Da sich meist niemand um die Hülle des Pakwagens kümmern wollte, nahm ich mich dem Fahrzeug 1995 an, da es sich doch im Endeffekt um das bloße Entstauben des Spähwagen handelte, zusätzlich reizte mich der Spähwagen, da ich zu der Zeit selbst in einem PzAufklLBtl meinen Dienst versah. In Regelmäßigen Abständen kursieren die Gerüchte um eine Restaurierung durch die Industrie, die mich jedes mal hoffen lassen, so wie auch vor kurzem wieder, wobei ich dieses mal sehr zuversichtlich bin....

Technische Daten:

Gewicht:11,7 t
Bewaffnung: 1x7,5cm Pak 39 L/48
1x 7,92mm MG
Richtanlage:Höhe und Seite mechanisch
Munition:12x 7,5cm, 1000x 7,92mm
Motor:Tatra 103 V-12 Dieselmotor mit Direkteinspritzung, Luftgekühlt, 14.825 ccm, 154 kw (210 PS)
Schaltung:Teilsyncronisiertes Schaltgetriebe mit Vorgelege und 6 vorwärts- und 6 rückwärtsgängen, sowie Mehrscheiben Trockenkupplung
Lenkung:mechanische Achtrad-Spindel-Lenkung
Bremse:Druckluftunterstützte Betriebsbremse, sowie Handbremse auf alle Räder wirkend
Geschwindigkeit:90 km/h
Panzerung: Front 30mm, Seite 8mm, Heck 14,5mm
Fahrbereich:Straße 900km, Gelände 600km
Besatzung:4 Soldaten (Fahrer, Kommandant, Richtschütze, Rückwärtsfahrer zugleich Rückwärtsfahrer)



(Bilder mit freundlicher Genehmigung des deutschen Panzermuseum Munster)


Der Pakwagen von vorn, leider ist das Licht im Museum für das Fotographieren nicht optimal.

Seitenrichtkurbel der 7,5cm Pak 40 und der unterbau der Pak

Hier der Arbeitsplatz des Richtschützen

Die rechte Seite neben dem Geschütz mit den Behältern für die Signalmunition (ziemlich vergammelt) und der Optiken.

Lenkgestänge der 1. und 2. Achse der rechten Seite, daneben liegt noch eine Antriebsgelenkwelle

Das selbe Gestänke auf der linken Seite, aber man erkennt auch die Lenkwelle zum Rückwärtsfahrer, das hier sichtbare Lenkrad, ist vom Vorwärtsfahrer, Sitze und dergleichen Fehlen leider.

Fahrersichtblöcke wurden bei der Restauration leider nicht abgeklebt, aber wir arbeiten dran...

Vorwärtsfahrerausstiegsluke. Man sieht hier auch noch Kabeldurchführungen und einen elektrischen Schaltkasten

Tja, was gehörte denn wohl mal in diese beide Röhren???

Halterung für die Maschinenpistole

Anschluss für die Antenne

Auch noch etwas näher....

Lenkrad des Rückwärtsfahrers, mit Ver-/Entriegelung, damit das Lenkrad nicht ständig die Bewegungen mitmacht, wozu der Hebel daneben ist, entzieht sich meiner Kenntnis...

Lenkzwischengetriebe, bzw Abzweig zum Rückwärtsfahrer

Hier nochmal mit Zwischenwelle und dem geöffneten Antriebswellentunnel, der eigentlich von Flurplatten abgedeckt ist

Seitenausstiegsluke rechts

Nochmal der Behälter für die Signalmunition

Verschlussblock der Pak

Der Blick ins Rohr.....

Die Pak von oben, man erkennt gut das Doppelte schutzschild sowie am rechten Bildrand die Aufnahme für das MG

Die Verstellschraube (Höhe) für die Unterschiedlichen Munitionsarten mit Aufschrift.

Hier nochmal, man erkennt die unterschiedlichen Stricheinteilungen und die Angaben der Munitionssorten

Links ist die Höhenrichtkurbel mit der Abfeuerung in der Mitte, mn erkennt auch die Kabel der elektrischen Abfeuerung, sowie den Behälter für die Optik

Hier ist das gefährliche Ende der Pak, man erkennt sehr schön die Züge und Felder

Blick in den leider leeren Motorraum mit dem Wellentunnel und die Lenkgestänge der 3. und 4. Achse

Man erkennt noch die Aufnahme des Kraftstofftanks Links.

Noch mehr Bilder....

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