Russ. Tango-Klasse U-Boot im Hamburger Hafen

Das Hamburg immer eine Reise wert ist, ist ja nichts neues.
Relativ neu ist dagegen die Möglichkeit dort ein russisches U-Boot der "Tango" Klasse zu bewundern.

Nicht weit vom Hauptbahnhof gelegen, in greifbarer Nähe der Speicherstadt, bietet sich dieser interessante Einblick in die Militärtechnik des kalten Krieges.

U-434 wurde 1976 gebaut und fuhr als Jagd- und Spionage U-Boot aktive Einsätze bei der Nordmeerflotte.
Bevor es 2002 zum Museumsschiff umgebaut wurde, diente es dort noch als Ausbildungsschiff.

Die Schiffe der "Tango Klasse" (Projekt 641 B), von denen 18 Einheiten gebaut wurden, sind Boote mit Diesel-elektischem Antrieb. Tangos sind relativ schwer zu orten, da ihre Oberfläche dick mit Gummi beschichtet ist, was die thermische und sonartechnische Ortung extrem erschwerte.
Mehrer Boote dieser Klasse wurde deshalb speziell für Spionagefahrten benutzt.
So soll auch ausgestellte U-434 mehrfach zu diesem Zweck in See gestochen sein.

Das Boot selbst ist etwas über 90m lang und sieht aus der Ferne schon beeindruckend aus.
Vor dem Museum stehen Parkplätze in ausreichender Anzahl zu Verfügung, ein Umstand den man in Hamburg besonders erwähnen sollte.
Die roten Stadtrundfahrtbusse fahren dieses Ziel übrigens auch direkt an.
Einzig der Fußmarsch von der Speicherstadt zum Museum zieht sich doch wie Kaugummi und wer ggf. vorher schon das Miniaturwunderland und oder die Hamburg Dungeons in der Speicherstadt besucht hat, sollte sich überlegen ob er wirklich laufen möchte.

Der Besuch selbst sollte für jeden militärhistorisch interessierten Pflichtprogramm sein.
Man kann das Boot allein besichtigen. Ratsam ist aber eine der Führungen zu buchen, die ca. alle 30min angeboten werden.
Die Tour selbst dauert ca. 45min und man hat danach die Möglichkeit alles noch einmal selbst zu erkunden.
Einzig der Kommandostand darf nur mit Führung besichtigt werden. Wie man es aus dem Panzermuseum kennt, können einige Besucher nur schwer ihre Finger bei sich behalten und so ist diese Maßnahme nur allzu verständlich, da fast alle im Boot noch funktionstüchtig ist.

Großer Wehrmutstropfen. Der Aufgang in den Turm (z.B. zum Peri) bleibt auch mit Führung geschlossen. Sicherheit geht hier "leider" vor Neugierde. Angesichts der Enge, des steilen Aufgangs und dem ungebremsten Fall aus einigen Meter bei einem Fehltritt auch verständlich. Was bleibt ist ein Blick aus der Kommandozentrale nach oben in den Turm.

Die Führung beginnt im Torpedoraum und führt auf und ab einmal quer durch das ganze Boot bis zum Ausstieg hinter den E-Maschinen.
Beindruckend die Soundkulisse im Maschinenraum. Hier gibt eine Maschinensoundeinspielung vom Band einen kleinen Einblick in den Lärm der dort herrscht. Wenn man im angrenzenden E-Maschinenraum dann noch die Kojen sieht, mag man sich fragen wie müde muss man sein um dort schlafen zu können.


Alles in allem eine klasse Tour durch ein Stück Militärhistorie. Unsere Führung ging dabei auf alle Abteilungen des Bootes sehr gut ein und auch Fragen wurden hinlänglich beantwortet.



U-Bootmuseum Hamburg GmbH
Versmannstr. 23c
Baakenhafen

www.u-434.de

Öffnungszeiten:
01.April - 03. Oktober
Montag bis Donnerstag: 10:00 bis 18:00 Uhr
Freitag bis Sonntag09:00 bis 19:00 Uhr

04. Oktober - 31. März
Montag bis Sonntag10:00 bis 18:00 Uhr























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